• Veröffentlicht am
  • 6. Oktober 2013

Eigentlich fängt es schon am Mittwoch an, das Sepp Blatter Turnier: wenn viele der über 80 Helferinnen und Helfer aus der Region anfangen, die Zeltstadt, die grosse Bühne und die weit sichtbaren Fahnen aufzubauen.

Bis zu dem Zeitpunkt hängen auch schon rhonetalauf, rhonetalab zahlreiche Plakate, die auf das einzigartige Fussball- und Volksfest aufmerksam machen, und in den Restaurants liegen entsprechende Tischsets und Logo-Bierdeckel auf.

Bis zu diesem Zeitpunkt hat das fünfköpfige OK mit Philipp Blatter, Mischa Hense, Andy Imfeld, Elias Imfeld und Daniel Imoberdorf schon zahlreiche Sitzungen abgehalten, mit und ohne Gemeindepräsident Christian Imsand, mit und ohne Vertreter der FIFA; hat Notwendiges koordiniert, delegiert und organisiert.

Bis zu diesem Zeitpunk ist nach endlosen ehrenamtlichen Stunden schon alles perfekt bis ins Detail geplant und muss jetzt nur noch umgesetzt werden. Ein Riesenaufwand, aber jeder Handgriff sitzt, weil all die Freiwilligen schon seit Jahren mithelfen und es für sie selbstverständlich ist, dass sie auch das 16. Sepp Blatter Turnier vom 25. August 2013 wieder mit auf die Beine stellen: Wenn der Weltenbürger Sepp Blatter, Chef des globalen Fussballs und einer der mächtigsten Funktionäre im internationalen Sport, wenn dieser Sepp, der auch Burger von Ulrichen und Obergoms ist, sozusagen vom legendären Fussballstadion Maracanã in Rio de Janeiro in die heimatliche Fussballarena in Ulrichen kommt – dann soll alles parat sein. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich der renommierte und rundherum gefragte Spitzenfunktionär jedes Jahr die Zeit nimmt, zum kleinen Turnier nach Ulrichen zu kommen. Ja, vielmehr: Der dritte August-Sonntag ist für ihn heilig, der ist fix in seinem übervollen Kalender gebucht. Eine Riesenehre für Ulrichen, fürs Obergoms, fürs ganze Wallis! Nicht umsonst ist das Sepp Blatter Turnier auch in vielen Fan-Kalendern ein fixes Datum: die meisten, die einmal an diesem aussergewöhnlichen Fest in der herrlichen Bergarena dabei waren, kommen wieder.

Inzwischen hat der Event längst seine Kapazitätsgrenzen erreicht. Um die 1500 Fussball- und andere Fans aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland gehen an dem dritten August-Sonntag ein und aus. Viele davon sind Prominente aus Sport, Politik und Wirtschaft – man vermerkt sie kaum, sie mischen sich ungeniert und fröhlich unter die Gäste. Am Tisch wird dann bei Raclette und Plätzli und Wein und Bier gefachsimpelt.

In den drei Tagen davor sorgen Gemeindearbeiter und Helferinnen und Helfer dafür, dass der Rasen die optimale Beschaffenheit hat, dass die notwendigen Umgebungsarbeiten vorgenommen werden und dass der Einspielplatz und auch die Infrastruktur bereit ist: Kantinen- und Gästezelte, Speakerpodest, Grillplätze, Samariterposten, Ambulanz, Kaffeewagen, Bänke, Tische und Stühle, Schirme, Abschrankungen, Parking, WC-Container, Baracken und vieles mehr und schliesslich noch das FIFA-Publikumszelt und die adidas-Kickerspiele. Und Valkontroll GmbH und die HLT Elektro stellen sicher, dass die Küchen-, Spiel- und Mikrofonanlagen mit Strom versorgt sind.

Am Samstag sind dann auch die Vereine mit dem Einrichten des Festplatzes auf dem Plan – die beiden Vereine „Pfannäriber“ (Kochende Männer) und der „FC Galenstock“ sorgen zudem am Sonntag für das leibliche Wohl der zu erwartenden Gäste: Je 80 Kg Raclettekäse und Plätzli, 800 Bratwürste, je 50 Kg Brot und Kartoffeln sowie 600 Kuchenportionen werden erwartungsgemäss verzehrt. Alle Produkte stammen aus der Region.

Dass das Turnier in diesem inzwischen stattlichen Ausmass überhaupt stattfinden kann, ist neben den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern auch den kleinen und grossen Spendern und Sponsoren zu verdanken. Und auch die FIFA unterstützt das Turnier, das die Ulricher 1998 zu Sepp Blatters Wahl zum Präsidenten des Weltfussballverbands ins Leben riefen, grosszügig mit personeller Verstärkung, prominenten Kontakten und Gästen, Beschickung der eigenen FIFA-Teams sowie Zusammenstellung der Prominenten-Auswahl FIFA-Selection und einem finanziellem Zustupf und Sachleistungen, und auch die Preise offeriert die FIFA.

Viele Hotels im Obergoms sind an diesem Wochenende fast gänzlich von Turnierbesuchenden belegt – und viele von ihnen entdecken so Land und Leute und kommen auch privat als Gäste wieder. Dank Sepp Blatter & Co kommen auch immer internationale Medienschaffende nach Ulrichen und berichten. – Für den Gommer Tourismus ist das Sepp Blatter Fussballturnier einer der wichtigsten Sommerevents.

Nur einer will diesmal nicht so recht mitspielen: Wettergott Petrus ist lange Zeit unschlüssig, war für ein Sonntagswetter er den Festbesuchenden bescheren könnte. Drum sorgen die fleissigen Ehrenamtlichen vor und stellen am Freitag Abend noch weitere Zelte auf und richten die Mehrzweckhalle für die „Feldmesse“ her. Denn auch falls der Himmel seine Gunst versagen sollte – Abt Martin Werlen, abtretender Vorsteher des Klosters Einsiedeln würde auf jeden Fall kommen und die heilige Messe zusammen mit Pfarrer Anton Carlen zelebrieren. – Und das tut der gebürtige Obergesteler auch: Die Mehrzweckhalle ist am Sonntag Vormittag bis auf den letzten Platz gefüllt, 500 Hostien werden ausgeteilt, zahlreiche Gläubige sind extra für die Messe nach Ulrichen gepilgert. Und der Abt versteht es auf eindrückliche Weise, Fussball und Glaube ernsthaft, feinsinnig und gleichzeitig humorvoll zu thematisieren und miteinander zu verbinden.

Und wie immer kommen sie alle mit grosser Begeisterung, die ehemaligen und aktuellen Grossen des nationalen und  internationalen Fussballs: „Kaiser“ Franz Beckenbauer ist schon fast Stammgast, UEFA-Präsident Michel Platini konnte es sich wieder mal einrichten, und der frühere Spitzenspieler Günter Netzer wollte nicht auf die feinen Raclettes verzichten. Kubilay Türkylmaz, Sunday Oliseh, Gabriel Calderon, Mario Cantaluppi, der Walliser Lokalmatador Jean-Paul Brigger und viele mehr sind wieder dabei, und der Walliser Sportfernsehmoderator Rainer Maria Salzgeber lässt sich ins Tor stellen. – Sie alle schätzen die freundschaftliche Atmosphäre des Turniers, die unkomplizierten Menschen, das nette Beisammensein, das Bergklima und Walliser Speis und Trank.

Und für das emsige Organisationskomitee heisst es am Sonntag Abend – nach einem kurzen zufriedenen Innehalten und Geniessen: Nach dem Turnier ist vor dem Turnier! Die erste Planungssitzung für das 17. Sepp Blatter Turnier dürfte bald einmal angesagt werden.